Warum einfach, wenn es auch dreifach geht? Ein Einstieg.
Ein Eintrag über Herz, Verstand, Wut und Struktur
Es wird Zeit, die Türen zu öffnen. Nicht nur zu den fertigen Geschichten, sondern zu der Baustelle dahinter. Denn ich habe festgestellt: Das fertige Buch ist das Ziel, aber der Weg dorthin ist das eigentliche Abenteuer. Dazu gehört auch das schmerzhafte „Kill your Darlings“. Es gibt Charaktere, die plötzlich auftauchen, aber es nie ins Buch schaffen. Nicht, weil sie langweilig sind, sondern weil sie die Geschichte in die falsche Richtung lenken. Ganze Kapitel zu löschen, fühlt sich an wie Code-Refactoring: Es tut kurz weh, aber danach läuft das System besser.
Die Frage, die mir oft gestellt wird (und die ich mir auch selbst stelle): Warum schreibe ich an drei Büchern gleichzeitig? Die Antwort ist simpel: Weil mein Kopf nicht linear funktioniert. Ich brauche für jede Stimmung ein anderes Ventil.
- Für das Herz: „Der Preis des Applauses“ Wenn ich Freiheit brauche und die Schwere des Alltags vergessen will, tauche ich ein in die Welt von Leo und Max. Es ist ein Cross-Over-YA-Roman, der die Grenzen zwischen Jugendbuch und Erwachsenenliteratur verwischt. Im Kern ist es ein moderner Bildungsroman: Es geht um die Formung des Charakters durch Disziplin, den Schmerz des Wollens und das Finden der eigenen Identität – egal ob in der Schule oder auf der Bühne. Hier darf es emotional sein, hier zählt das „Wir gegen den Rest der Welt“.
- Für den Verstand und die Wut: „Puritanis“ Wenn ich Nachrichten schaue und sehe, wie politische Entscheidungen an der Realität vorbei gehen, schreibe ich an Puritanis. Hier kämpfen Severin und Bernd nicht gegen simple Bösewichte, sondern gegen die verführerische Logik eines bankrotten Staates. Es ist eine Welt, in der der „Insolvenzverwalter“ Völkner nicht aus Grausamkeit handelt, sondern aus mathematischer Notwendigkeit: Um das System zu retten, müssen die „unrentablen“ Teile abgestoßen werden. Das Erschreckende daran ist nicht die Bosheit, sondern dass diese Rechnung auf dem Papier sogar Sinn ergibt. Es ist der Kampf gegen eine Bürokratie, die ursprünglich „gut gemeint“ war, aber die Menschlichkeit als Kostenfaktor weggekürzt hat.
- Für die Struktur: „DevOps für Anton“ Und dann gibt es die Tage im Job. Wenn ich zum hundertsten Mal erkläre, warum wir Leitplanken brauchen, und als Antwort nur ein genervtes „Warum?“ bekomme. Dann ist Zeit für DevOps für Anton. Mein Fachbuch für alle, die verstehen wollen, warum Struktur Freiheit bedeutet.
Drei Projekte. Drei Welten. Ein Autor. Willkommen in meinem Kopf.